Handball: Hänsgen ganz kaltschnäuzig

 

GROSSSCHWABHAUSEN (rd). Volle Halle, tolle Stimmung und ein glückliches Ende: Nach drei Jahren konnten Großschwabhausens Landesklasse-Männer einen Auftaktsieg feiern. Ausgerechnet im Derby gegen den Erzrivalen HSV Weimar.

Jubel bei den Gastgebern - tiefe Enttäuschung bei Weimar: Vier Sekunden vor Ultimo zog Marcel Hänsgen aus acht Metern unbedrängt ab und erzielte kaltschnäuzig den 26:25-Siegtreffer für Großschwabhausen.

In einer kurzweiligen ersten Halbzeit gestaltete sich die Partie bis zum 6:6 ausgeglichen. Die offensiv ausgerichtete Deckung der Hausherren, mit der man den Gegner unter Druck setzen wollte, führte nicht zum Erfolg. Danach zogen aber die Gastgeber mit einem energischen Zwischenspurt auf 14:10 davon. Dennoch blieben die Weimarer brandgefährlich. Gerade mit Regisseur René Sucker, der in dieser Phase als Torschütze und Vorbereiter glänzte, hatten die Fortunen einige Probleme. Er musste jedoch nach einem Foulspiel mit Rot vom Feld. Bis zur Pause behaupteten allerdings die Großschwabhäuser ihren Vier-Tore-Vorsprung (16:12).

Das Team von Trainer Dirk Heinemann kam engagiert aus der Kabine und sah beim 22:17 schon wie der sichere Sieger aus. Wer dachte, die Weimarer geben sich nun auf, sah sich getäuscht: Eine fast zwölfminütige Torflaute, einige Zeitstrafen und individuelle Fehler der Fortunen brachten die Gäste beim 22:22 wieder ins Spiel zurück. Das war nicht zuletzt ein Verdienst des mehrfach hervorragend parierenden HSV-Keepers Heß und den spielfreudigen Deobald-Zwillingen.

So war die Partie sechs Minuten vor Schluss wieder völlig offen und an Dramatik kaum noch zu überbieten. In den letzten Sekunden nahm Dirk Heinemann eine Auszeit und wechselte bei eigenem Ballbesitz den Torhüter gegen einen siebten Feldspieler aus. Dieser taktische Schachzug sollte sich als wahrer Glücksgriff erweisen. Sichtlich überrascht, nutzte Marcel Hänsgen die Überzahl zum umjubelten Siegtor.


TA 25.09.2006   

 

 

 

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